Türkei

Jede vierte Jugendliche möchte die Türkei verlassen

5 Monaten Vor

Jede vierte Jugendliche möchte die Türkei verlassen

 

Der türkische Präsident verkündete jüngst: “In der kommender Zeit werden wir unser Land zu einen bedeutenden Anziehungspunkt für Wissenschaftler machen“ verkündete Erdogan vor einigen Tagen. Daraufhin beruchtete die Schweizer Regionalzeitung St. Galler Tagblatt schrieb über die auswandernden Akademiker der Türkei und stellt die Aussage Erdogans auf den Kopf.

 

 

 

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan möchte sein Land für Wissenschaftler attraktiver machen. Das wird nicht einfach. Weil immer mehr junge Akademiker ins Ausland fliehen, um Freiheit und mehr Arbeitsplätze zu finden“, heißt es im schweizer Blatt.

 

 

 

Nach Gerhard Höhlers Artikel kann Erdogan auf diese Anziehungskraft noch lange warten. Denn die Realität sehe anders aus.

 

 

 

Der Artikel zählt auf, dass die Türkei noch lange Zeit gegen die Auswanderung der eigenen Akademiker zu kämpfen habe. Nach dem Putschversuch vom 15. Juli 2016 wurden 6021 Akademikern per Dekret entlassen. 15 private Universitäten wurden geschlossen. Seit 2017 verließen rund 250 Tausend Hochschulabsolventen im Alter zwischen 25 und 34 Jahren ihre Heimat.

 

 

 

Dem Artikel zufolge kommen ein Großteil von den Akademikern aus Großstädten wie Istanbul, Ankara und Izmir. Diese Zahl dürfte aufgrund der Wirtschaftskrise weiter zunehmen:

 

 

 

Die erste Auswanderungswelle kam 2013 nach den Gezi-Protesten. Seit dem Sommer 2016 ist eine neue Welle losgetreten. Diese wurde durch die `Säuberung` durch Erdogan erfolgt. Erdogan liess Zehntausende entweder verhaften, aber mindestens ihre wirtschaftliche Existenz zerstören, wenn sie ihn öffentlich kritisierten. Noch schlimmer traf es Aleviten, Kurden und Gülenisten. 

 

 

 

Gleichzeitig verschlechtern sich die Hoffnungen auf einen politischen Wandel. Nach einer Studie der Oppositionspartei CHP, die Mitte Mai veröffentlichte Studie will jeder vierte Jugendliche in der Türkei auswandern.

 

 

 

Viele Jugendliche wollen wegen des schlechten Bildungssystems und des repressiven politischen Regimes aus dem Land fliehen. Wenn man bedenkt, dass die Türkei während der NS-Diktatur Zufluchtsort für viele verfolgte Deutsche war, ist diese Auswanderung noch bedeutender.

 

 

 

Mehr als 80 namhafte deutsche Wissenschaftler fanden nicht nur Schutz in der Türkei vor der Verfolgung der Nationalsozialisten. Zur gleichen Zeit halfen viele von ihnen beim Aufbau türkischer Hochschulen mit und prägten so das Bildungswesen oder stellten ihr Wissen und ihre Kenntnisse für die öffentliche Verwaltung ein.

 

 

 

Unter denen waren, Gerhard Kessler der Volkswirtschaftsprofessor, der an der Gründung der ersten türkischen Gewerkschaft mitwirkte, der Ökonom Fritz Neumarkt, der die türkische Regierung in wirtschaftlichen Fragen beriet, und Ernst Reuter der spätere Berliner Bürgermeister.
 

 

Jetzt wird Deutschland zu einem hoffnugsvollen Horizont für viele junge Türken, die in ihrer Heimat keine Zukunft sehen. So beispielsweise Arife Vildan. Die 12-jährige Arife ging mit ihrer Antwort in einer TV-Sendung viral, als sie auf die Frage der Moderatorin: "Was möchtest Du in der Zukunft werden?", sagte, dass sie später Medizin an der Kölner Universität studieren wolle und anschließend auch deutsche Staatsbürgerin werden möchte.

 

 

 

Arife Yildirim löste wütende Hasstiraden türkischer Nationalisten aus. In den sozialen Medien teilten die Menschen, dass Man Arifes Eltern als `Verräter` bestrafen sollte. Dabei wuchs Arife in einem Waisenhaus auf.

 



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