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Der Tod von Lübcke und die Nazis in Deutschland

5 Monaten Vor

Der Tod von Lübcke und die Nazis in Deutschland

Im Fall des vor zwei Wochen brutal ermordeten Walter Lübcke, dem Bezirkspräsidenten des Regierungspräsidiums Kassel, haben sich konkrete Ergebnisse ergeben. Die Polizei konnte anhand von DNA-Untersuchungen einen dringenden Tatverdächtigen festnehmen. Dabei handelt es sich um einen 45-Jährigen, dem mindestens in der Vergangenheit Vebrindungen zu Rechtsextremisten angelastet werden kann.

 

Die Staatsanwaltschaft Kassel und das Amt für Öffentliche Sicherheit des Landes Hessen gaben bekannt, dass der Verdächtige aufgrund von DNA-Untersuchungen am Tatort aufgedunden werden konnte. Noch ist keine Aussage des Verdächtigen bekannt.   

 

Der 65-jährige Walter Lübcke wurde am 2. Juni 2019 aus nächster Nähe in seinem Haus in Wolfhagen-Istha erschossen. Eine 50-köpfige Mordkommission wurde zusammengestellt, um den Mord aufzuklären. Doch erstaunlich früh wurde zunächst ein nationalsozialistisches Tatmotiv ausgeschlossen. Ähnlich wie bei den Morden des NSU-Komplexes, die heute als die "Dönermorde" bekannt sind. Dabei wurden um 1999 zahlreiche Migranten, vorwiegend Türken, in Deutschland ermordet. Jahrelang wurde in den jeweiligen Einzelfällen ein rechtsextremistisches Tatmotiv per se ausgeschlossen. Jedoch waren die kaltblütigen Morde ausschließlich mit nationalsozialistischen Motiven zu begründen. Die Aufklärung in den Fällen läuft noch an. Welche Behörden an den Morden beteiligt waren und wo der Staat versagt hat, ist bis heute unklar. Die ermittelnden Behörden wurden nach Bekanntwerden des NSU-Netzwerks mit geschredderten Akten in Verbindung gebracht. 

 

Lübcke: Ein Verteidiger von Merkels Asylpolitik.

 
Lübcke verteidigte die Politik der offenen Tür für Asylsuchende von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Nach einer Rede im Jahr 2015 wurde Lübcke bereits von Rechtsextremisten mit dem Tod bedroht. Der CDU-Parteipolitiker musste vorübergehend in Schutz genommen werden.
 
Während die Information, dass Lübcke bei sich zu Hause tot aufgefunden wurde, in der deutschen Presse noch nicht weit verbreitet war, wurde in einigen rechten Social-Media-Accounts folgende Mitteilung gemacht: „Einer, der seine eigenen Leute nicht wertschätzt, ist gestorben. Er hat bekommen, was er verdient hat“. 
Auch das Video von Lübckes Rede, das er vor vier Jahren hielt und die große Resonanz einiger rechtsextremer Gruppen auf sich zog, wurde stark geteilt.
"Wenn sie diese Werte nicht teilen, können sie dieses Land jederzeit verlassen, jeder Deutsche kann es tun", sagte der Politiker der CDU.

 

Türkische Community verunsichert

 

Die türkische Community in Deutschland zeigt sich sehr beunrihigt von dem Vorfall. Auch die Haltung der Behörden, zunächst keinen rechtsextremen Hintergrund beim Mord an Lübcke zu vermuten. "Die Möglichkeit, es könne sich um eine gezielte Tat einer rechtsextremistischen Person handeln, war von den Ermittlungsbehörden von Anfang an als eher unwahrscheinlich eingestuft worden. Die Behörden gingen von einem persönlichen Motiv aus. Im Fall des getöteten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke führt die Spur nun doch in die rechte Szene. Nach Informationen der F.A.Z. hat die Polizei einen 45 Jahre alten Mann festgenommen, der aus dem #rechtsextremistischen Milieu stammen soll.

 

Was wir aus diesem Fall lernen sollten:

Viele Indizien werden nicht als #Rechtsterrorismus gedeutet oder von der #Polizei schlichtweg unterschätzt. Doch spätestens seit dem #NSU sollte uns allen klar sein dass rechter #Terror in Deutschland real ist und nicht ins Märchenbuch gehört!" schrieb etwa die TD-Plattform via Facebook. Die TD-Plattform ist eine Organisation, die junge türkische Akademiker in Deutschland zusammenbringt.

 



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